Mundgeruch loswerden

 

In unserem Mund leben mehr als 300 verschiedene Bakterienarten, darunter auch Fäulnisbakterien, die Eiweiße zersetzen und abgestorbene Schleimhautzellen beseitigen. Dabei werden Schwefelverbindungen freigesetzt, die zu einem unangenehmen Geruch führen können. Etwa jeder vierte Mensch weltweit ist zu einer bestimmten Tageszeit von Mundgeruch betroffen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGPARO) leiden sogar fünf Prozent der Bevölkerung ständig an Mundgeruch.

Warum wir am Morgen oft Mundgeruch haben

Viele von uns kennen das. Wir wachen morgens auf und haben einen schlechten Atem. Der Mundgeruch am Morgen ist aber nichts Ungewöhnliches. Knapp ein Viertel der Bevölkerung weltweit hat morgens einen pelzigen Geschmack im Mund. Das ist oft sehr unangenehm,
gerade wenn man seinem Partner einen Guten-Morgen-Kuss geben will. Aber woran liegt das eigentlich, dass manche morgens einen stärkeren, andere einen schwächeren Mundgeruch haben?

Was Atmung mit Mundgeruch zu tun hat

Ganz einfach: Es hängt mit der Atmung zusammen. Menschen, die chronische Nebenhöhlenerkrankungen haben, atmen mehr durch den Mund als durch die Nase. Dadurch trocknet der Mund aus und es entsteht Mundgeruch. Denn unser Speichel ist wichtiger, als wir vielleicht denken. Er sorgt dafür, dass unser Mund ständig gespült wird und z.B. Essensreste und Keime entfernt werden. Ist unser Mund trocken und kaum Speichel
vorhanden, kann der Mund auch nicht ausgespült werden und Bakterien vermehren sich. So entsteht der Mundgeruch, den keiner von uns haben möchte.

 

Warum abends Essen zu Mundgeruch führt

Wer gerne spät abends noch einen Döner isst oder sich den ein oder anderen Drink in einer Bar gönnt, hat am nächsten Tag oft Mundgeruch. Das liegt daran, dass wir unser Essen und die Getränke verdauen müssen. Dafür wird Magensäure benötigt. Bei einer optimalen Verdauung sind Magen und Darm aufgerichtet. Dann gibt es auch mit der Magensäure keine Probleme. Passiert das aber alles nachts, während wir schlafen und flach liegen, kann die Magensäure leichter nach oben fließen und direkt in die Speiseröhre gelangen. So kann es zu schlecht riechender Ausatemluft kommen.

Ursachen für ständigen Mundgeruch

Manche Menschen haben nicht nur am Morgen Mundgeruch, sondern leiden den ganzen Tag darunter. Das ist für viele sehr belastend. Egal was sie machen, der schlechte Atem bleibt. Oft wird davon ausgegangen, dass der Mundgeruch im Magen entsteht. Tatsächlich ist aber in den meisten Fällen die Mundhöhle schuld, denn hier bilden sich die Schwefelbakterien, die für den unangenehmen Geruch sorgen. Ungesunde Lebensmittel,
Zigarettenkonsum oder spätes und unregelmäßiges Essen können ein Auslöser sein.

Mundgeruch kann aber auch durch Zahnkrankheiten wie Parodontitis (Parodontose) oder Karies verursacht werden oder auf Krankheiten hindeuten.

Wie Ernährung bei Mundgeruch helfen kann

Ganz wichtig ist, dass wir immer genügend Wasser trinken und den Mund feucht halten. Denn der Speichel kann das Wachstum von Bakterien stoppen. Besonders lecker und hilfreich ist Wasser mit frisch gepresstem Zitronensaft. Vermeiden sollte man dagegen Zucker, proteinreiche Ernährung und Alkohol. Diese Lebensmittel können zu Mundgeruch. Idealer ist eine pflanzliche und ballaststoffreiche Ernährung, die sich auch positiv auf dem Atem auswirkt.

Spannend: Wer zwischendurch Fenchel- und Anissamen kaut, hat weniger Mundgeruch. Und wer ein reichhaltiges Essen mit viel Knoblauch und Zwiebeln hinter sich hat, kann mit Petersilie erfolgreich den schlechten Geruch bekämpfen.

Die ultimativen Tipps gegen Mundgeruch

Zahnärztin Dr. Lena Müller rät: Absolute Priorität für eine gute Ausatemluft hat eine regelmäßige und gründliche Zahnreinigung. Zwei Mal zwei Minuten („2×2“) täglich Zähne putzen ist ein MUST, um Bakterien im Mund loszuwerden und den unangenehmen Geruch zu entfernen. Außerdem empfiehlt sie regelmäßige Besuche beim Zahnarzt und mindestens einmal jährlich eine professionelle Zahnreinigung, das KAI Schema beim Zähne putzen zu beachten (Kauflächen- Außen-Innen), damit wirklich alle Flächen sauber werden, Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume und einen Zungenreiniger. Denn auf unserer Zunge tummeln sich auch Millionen von Bakterien. Inzwischen gehen die Experten sogar davon, dass mehr als zwei Drittel aller Mundgeruchfälle auf Zungenbelag zurückzuführen sind. In den tiefen Furchen im hinteren Rachenbereich bilden sich leicht Beläge, die beim Zähneputzen nicht erreicht werden und so den Bakterien einen idealen Lebensraum bieten.

Übrigens: Bei einem zehnsekündigen Kuss mit Zungenkontakt werden ca. 80 Millionen Bakterien übertragen. Studien konnten belegen, dass sich durch häufigen Bakterien-Transfer beim Küssen die Zusammensetzung des oralen Mikrobioms von Partnern angleicht.

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